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Rottens Facebookseite

Empfehlungen:

(sind nicht zwangsläufig Favoriten)

 

Musik:

Blood Red Shoes

Blood

Red Shoes

Sonny Terry Brownie McGhee

Sonny Terry &

Brownie McGee

X

X

Messer Chups

Messer Chups

 

(M)eine kurzlebige Facebook-Seite

Irgendwann hatte man mich so weit. Meine Seite sank immer mehr im Ranking bei den Suchmaschinen, mit einer der Gründe: meine Seite tauchte nicht in den sozialen Netz- werken auf, wurde nicht "geliked". Wollte ich nicht völlig in den unendlichen Weiten des WideWordWeb untertauchen, musste ich aktiv werden, mich einloggen in eine der größten Datenkraken des Netzes. Schon bei der Erstellung des Profils stand ich vor schwierigen Entscheidungen, wen interessiert mein Geburtsdatum, mein Geburtsort, die Schulen, die ich besucht habe oder meinen beruflicher Werdegang? In meinem Fall war die Zielsetzung klar, ich suchte weder alte Bekannte noch neue Kontakte, sondern wollte nur auf meine Internetseite bzw. meine Arbeiten aufmerksam machen. Als ich die Registrierung abge- schlossen hatte, nervte Facebook mehrmals hartnäckig mit dem Wunsch auf meine E-Mail-Kontakte zuzugreifen, natürlich nur um automatisch Einladungen zu meiner erstellten Facebook-Seite an meine Freunde zu versenden, damit diese wussten, dass ich nun auch der großen Social-Network-Familie angehörte. Mindestens die Hälfte meiner E-Mail- Adressaten ist nicht bei Facebook und möchte höchstwahrscheinlich auch nicht, dass ich ihre E-Mail-Adresse weitergebe.

 

 

Einem geschenkten Gaul...

 

Facebook stellt seine Dienste kostenlos zur Verfügung. Jeder kann eine eigene Seite (in vorgegebener Struktur) erstellen, dazu braucht er keine Kenntnisse von html oder einer Programmiersprache zu haben. Außerdem zahlt der Nutzer werder für Speicher, Web- space noch für den Service. Als einzige Gegenleistung stellt er seine persönlichen Daten dem Betreiber zur Auswertung zur Verfügung.

 

Autoren:

 

 

Chester B.

Himes

Charles Wlleford

Charles

Willeford

Louis Ferdinand

Celine

Joseph Conrad

 

Ich habe nichts zu verbergen. (I.)

 

Millionen Menschen denken so und stellen bereitwillig ihre persönlichen Daten zur Ver- fügung für minimale Rabatte (Kundenkarten), Werbegeschenke (Marketing-Umfragen) oder ihrer persönlichen Sicherheit (staatlichen Behörden). Niemand käme auf den Gedanken einem Fremden auf der Straße Einblick in sein privates Adressbuch oder in seine Briefpost zu geben. Obwohl dies weitaus ungefährlicher wäre, denn Facebook schaut in Millionen Adressbücher und kann so Zusammenhänge und Vernetzungen speichern.

 

globale Vernetzung

Globale Facebook-Vernetzung

Künstler:

 

 

Toguchi

Yukihiro

Taguchi

Bild Basqiat

Jean-Michel

Basquiat

 

Ich habe nichts zu verbergen (II.)

 

vielleicht heute nicht und Millionen finden deine gefurzte Nationalhymne auf YouTube affengeil, spätestens beim Beginn einer hoffnungsvollen Politikerkarriere wird dir dieser Auftritt den Hals brechen. Besonders junge Menschen denken nicht daran, dass mancher jugendlicher Spaß im Internet veröffentlicht einem später äußerst peinlich sein könnte, jedoch das Netz vergisst und vergibt nie.

Was Datensammler alles errechnen können, zeigte der Fahrdienst-Vermittler Uber. Er veröffentlichte Karten von Städten in den Vereinigten Staaten, in denen die Bezirke mit besonders vielen einmaligen Liebesnächten rot eingefärbt wurden. Der Konzern hatte die Fahrgäste herausgefiltert, die eine Fahrt zwischen 22 Uhr und vier Uhr nachts buchten – und dann eine weitere Fahrt in Nähe des Absetzungspunktes vier bis sechs Stunden später anforderten - angeblich das klassische Profil eines One-Night-Stands. Falls der Kunde die Fahrt mit Kreditkarte bezahlt hat, könnten diese Daten in den "richtigen" Händen eine profitable Einnahmequelle werden.

 

Filme:

 

 

Der Glöckner von Notre Dame

Der Glöckner von

Notre Dame;

W. Dieterle (1939)

do the right thing

Do the right thing;

Spike Lee (1989)

night on earth

Night on Earth;

Jim Jarmusch (1991)

Danton

Danton;

Andrzej Wajda

(1983)

Smoke

Smoke / Blue in the Face;

Wang (1995)

Die Verurteilten

Die Verurteilten;

Frank Darabont

(1994)

 

Zum Thema:

 

Staatsfeind Nr.1

Staatsfeind Nr.1; Toni Scott (1998)

 

Ich habe nichts zu verbergen. (III.)

 

Interessant wird mein Profil für Facebook, wenn ich ihnen mitteile, was ich mag, den Like-Button betätige und meine Favoriten preisgebe. Mit diesen Informationen finanziert sich der Konzern. Erst jetzt besteht die Möglichkeit mich zielgerecht zu bewerben und mich zu animieren ähnliche Produkte zu kaufen. Ist das böse? Nein, nicht wirklich, es nervt nur. Andere Jungs (etwa die NSA) haben ganz andere Interessen an meinen Daten, ziehen an- dere Rückschlüsse aus meinen Vorlieben oder Einkäufen. "Aha, er liest Bakunin, den Koran oder Marx..." Selbst bei der Literatur von Gandhi zählt man unter Umständen schon bei Geheimdiensten zu den üblichen Verdächtigen... Was passiert dann? Nun, Staaten neigen leider manchmal dazu leicht paranoid zu reagieren. (siehe McCarthy-Ära, Berufsverbot in den 70ern in der BRD, Stasi).

 

Vernetzung User

Mark Zuckerberg präsentiert den gläsernen User.

 

Freunde: 0

 

 

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black

 

Ich wurde Facebook-Nutzer,

 

sah mir die Profile einige meiner Bekannten an, wunderte mich oftmals wer mit wem Kontakt hatte und entschloss mich vorerst abzuwarten - niemanden anzuschreiben, niemandes „Freund“ zu werden. Der Dinge harren, die da kommen... Das Ergebnis nach einem Monat Mitgliedschaft: Ich hatte 0 Freunde! Ich war „Kip Drordy“ - der "facebook loser" in Person!!! (siehe: 14. South Park-Staffel, 4. Episode)

 

Kip 

 

 

was tun?

 

Ich mußte aktiv werden, eine Großoffensive starten und Kontakt mit all meinen Bekannten bei Facebook aufnehmen. Nochmals zur Erinnerung - meine Zielsetzung war: Ich wollte meine Webseite bekannter machen und die Besucher dazu anregen meine Bücher zu kaufen. Was ich der "Welt" mitzuteilen habe, steht in meinen Büchern bzw. auf meiner Homepage - bei allem was darüber hinausgeht, etwa meine täglichen Aktivitäten, Erledigungen, Einkäufe etc. verspüre ich nicht das Bedürfnis im WorldWideWeb kundzutun. Das entspricht nicht meiner Vorstellung von Öffentlichkeit. Damit stehe ich zwar im krassen Gegensatz zu etwa 90% der Facebook-Nutzer (Smartphone-Besitzer/Twitter-User) deren Hauptansinnen die Selbstdarstellung und das tägliche Kommunizieren ist. All die tollen Sachen, die sie heute erlebt haben müssen mitgeteilt werden, Fotos vom Urlaub, Events, Partys, Einkäufen, selbst das Essen muss fotografiert werden und natürlich Selfies in allen Lebenslagen. Dieser Mitteilungszwang scheint wohl ein allgemeines (gehyptes?) Bedürfnis zu sein, anders läßt sich die hohe Mitgliederzahl dieser Plattform kaum erklären.

Voraussetzung ist Zeit zu investieren, immer aktuell zu sein, neue "Freunde" zu gewinnen, ihre Nachrichten zu kommentieren, sie mit Nichtigkeiten zu bombardieren, Aufmerksamkeit erregen. Mit anderen Worten jeden Tag auf der Facebook-Seite aktiv sein.

Wollte ich das? Nein!!! Ich habe mich schon aus allen Foren verabschiedet, weil es unter den Teilnehmern immer einige Psychopathen gibt, die in jeden Kommentar irgendetwas hineininterpretieren müssen, um so eine nervende und ermüdende Diskussion in Gang zu setzen. (Höchstwahrscheinlich hört ihnen im wirklichen Leben schon lange niemand mehr zu.) Laberköpfe, die den ganzen Tag vor dem PC sitzen und sinnfreie Kommentare von sich geben - oder eitle Selbstdarsteller, die sich an ihren eigenen Worten berauschen. All das brauchte ich nicht!!!

 

Es war also an der Zeit mich wieder zu verabschieden - Facebook zu entsorgen.

 

 

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Anmerkung: Alle Bilder auf dieser Seite (außer "fakebook_krake.jpg"," facebook_rottens_alt.jpg" und "facebook_abfall.jpg" © R.otten.s) sind aus dem Internet, sollten evt. Rechtsansprüche bzw. -verletzungen vorliegen, setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung. Ich werde die beanstandeten Bilder entfernen. Einige der abgebildeten Calaveras (Skelett-Puppen) sind von der Wiener Künstlerin Stephany Daphne Rodriguez Cabanas modelliert worden. Die Figuren sind bei ihr käuflich zu erwerben.